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14.11.2018 : 2:39 : +0100

Fortlaufende Unterstützung der Wohnheimkinder

Der Verein "Arivu - Zukunft durch Bildung" kommt derzeit für den Unterhalt von 45 Kindern im südindischen Neerpair auf. Die Schülerinnen und Schüler besuchen dort die  "Dr. R. Arulappa Higher Secondary School", einige wenige jüngere auch die Grundschule. Sie wohnen in dem angeschlossenen Wohnheim "St. John's Home for Children in Need". 

Durch die Finanzierung von Schuluniform, Unterichtsmaterialien, Essen und einer medizinischen Basisversorgung unterstützt der Verein die Bildung der (Halb-)Waisen und Kinder aus extrem armen Familien und möchte sie auf dem Weg in ihre persönliche Zukunft begleiten.

Seit neuestem finanziert Arivu über einen Fond auch die Teilnahme der Wohnheimkinder an Schulausflügen und sonstigen schulischen Aktivitäten, zu denen ihnen bisher der Zugang verwehrt war.

Alle "Arivu" zugehenden Spendengelder und sämtliche Erlöse aus eigenen Veranstaltungen gehen vollständig an das Wohnheim in Neerpair. Nandhini Krishnan und Father John Suresh als Projektverantwortliche erhalten halbjährlich Geldanweisungen mit der vereinbarten Unterstützung für eine festgelegte Anzahl Wohnheimkinder, über die sie detailiert Rechenschaft ablegen. Darüberhinaus gehende Einzelprojekte werden im Vereinsvorstand beraten und beschlossen.

Der Vorstand von Arivu arbeitet eng mit "Aktion Indien" zusammen, dessen Vorsitzender Dr. Johannes Mispagel maßgeblich an der Gründung der Arulappa Higher Secondary School beteiligt war. Über Aktion Indien wird sämtliche Unterstützung für den St. John's Campus (Grundschule, Higher Secondary School, Industrial Technical Institute (Fashion Institute) und Wohnheim) koordiniert.

Reis, Reis, Reis - und sonst?

Im Fokus der Bemühungen von Arivu steht auch die Ernährung der Schülerinnen und Schüler in Neerpair: Sie besteht fast ausschließlich aus Reis, der dreimal am Tag mit einer dünnen Linsensoße gegessen wird. Die Mittagsmahlzeit finanziert der indische Staat, für die Versorgung der Wohnheimkinder sorgt "Arivu" und "Aktion Indien". Vitamine, Mineralstoffe und andere wichtige Nährstoffe kommen in der täglichen Ernährung zu kurz. Der Verein sucht in Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort laufend nach Möglichkeiten zur Verbesserung.

Einmal pro Woche gibt es nun für alle zusätzlich ein gekochtes Ei. Während der Erntezeit gibt es Mangos. Eine Vielzahl gepflegter Mangobäume, die von den Schülerinnen und Schülern eifrig gewässert werden, stehen auf der schuleigenen Plantage neben dem Wohnheim. Kontinuierlich wird auch der Garten zwischen Wohnheim und Schule und besonders um das Wohnheim herum, vergrößert und verbessert. Es wachsen dort Kokospalmen, Bananenstauden, Tomaten, Zucchini, Okraschoten und andere Gemüse und Kräuter. Die Schülerinnen und Schüler versorgen außerdem Truthähne und Hühner. All dies trägt zu Bereicherung des Speiseplans bei.

Die Lebensmittelpreise, insbesondere auch für Reis, haben sich in der letzten Zeit stark erhöht. Spekulation mit Grundnahrungsmitteln am Weltmarkt, aber auch die Inflation in Indien sind u.a. Gründe hierfür. Steigende Kosten und die angestrebte Verbesserung der Ernährungssituation führen dazu, dass für die Versorgung der Wohnheimschülerinnen und -schüler der Finanzbedarf steigt. Dennoch gelingt es der Finanzmanagerin Nandhini Krishnan immer wieder das Essensangbot zu verbessern: Auf Wunsch der Bewohnerinnen und Bewohner gibt es jetzt auch regelmäßig Fisch, den Nandhini direkt an der Küste in den Fischerorten einkauft.

Entwicklungspolitische Bildungsarbeit

Arivu arbeitet eng mit der Albert-Schweitzer-Schule, einem Gymnasium in Nienburg/Weser zusammen, ist aber offen für alle interessierten Jugendlichen und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen. Bereits 2006 nahmen vier Jugendliche an der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterReise nach Neerpair teil, in deren Anschluss der Verein "Arivu" gegründet wurde. Drei von ihnen waren auch 2009 dabei, als es erneut nach Indien ging.

2009 fand die Reise als entwicklungspolitischer Schulaustausch statt. Das Projekt "Berufsfindung in Indien und Deutschland: Vom Schulhof zum Arbeitsplatz" fand mit finanzieller Unterstützung einiger Sponsoren erfolgreich mit deutschen und indischen Jugendlichen über einen Zeitraum von 3 Wochen im indischen Neerpair statt. Der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterReisebericht 2009 war als online-Tagebuch lesbar.

2010 war ein Gegenbesuch in Deutschland geplant, der jedoch aus mangelnder Finanzierbarkeit nicht stattfinden konnte.

2011 kamen dann neun indische Projektpartner_innen nach Nienburg, um unter dem Projekttitel "Ökologie auf dem Schulhof: Wir planen und bauen einen indischen Garten" gemeinsam mit 10 deutschen Jugendlichen zu lernen und zu arbeiten. Dabei haben sich die Teilnehmenden aus beiden Ländern hier mit ihrem ökologischen Fussabdruck beschäftigt und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt. Dieses sehr gelungene Projekt fand in der Zeit vom 11.06. bis 05.07.2011 statt.

Im Herbst 2012 fuhr erneut eine deutsche Gruppe nach Indien. Auch diesmal war es dem Verein gelungen, das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm ENSA der Bundesregierung zu überzeugen, Für das Projekt "Wasser als Menschenrecht: Wie viel Wasser steht mir zu?" erhielt Arivu wieder pädagogische und finanzielle Unterstützung.

Bildungsarbeit ist ein Satzungsziel des Vereins und ist bei allen Veranstaltungen und Aktionen ein wichtiges Anliegen, das auch den Überlegungen zu allen Hilfsprojekten zugrunde liegt. Die vom Verein geleistete Bildungsarbeit geschieht ausschließlich ehrenamtlich. Die Kosten für die entwicklungspolitischen Austauschprojekte wurden über Fremdmittel (ENSA-Programm, verschiedene Stiftungen, Privatspenden) finanziert.

Eine Mauer um die Schule

Große finanzielle Anstrengungen haben Arivu und andere der Arulappa Higher Secondary School und der Grundschule verbundene Organisationen (Aktion Indien e.V., eine Schule und ein Freundeskreis in Belgien, private Unterstützer) unternommen, um eine Mauer um das weitläufige Schulgelände zu finanzieren. Diese Mauer ist eine Auflage der indischen Regierung, die damit auf Vorkommnisse in Nordindien reagiert, bei denen Kinder von ihren Schulen verschwanden. Ein Zusammenhang mit illegalem Organhandel wird diskutiert.

Öffentliche Schulen erhalten staatliche Unterstützung beim Bau ihrer Mauern. Die Arulappa School als Minderheitenschule muss den Bau allein finanzieren. Es gab Stichtage nach denen der Schulbetrieb hätte eingestellt werden müssen, wenn nicht bereits mit dem Bau begonnen worden wäre. Baumaterialien wie Zement und Eisenträger sind sehr teuer in Indien und bewegen sich aufgrund der Rohstoffpreise fast auf deutschem Niveau. Um Baukosten zu sparen und die nachfolgenden Wartungskosten niedrig zu halten (z.B. Anstrich), haben die Verantwortlichen beschlossen, die Bauer aus Zementsteinen zu bauen und die Steine selbst zu gießen. Die Mauer ist bis auf ein kleines Stück bereits fertig und zum größten Teil auch finanziert.

Abgeschlossene Projekte

Die Projekte, die in der Vergangenheit stattgefunden haben und erfolgreich beendet wurden, finden Sie auf der Unterseite "Abgeschlossene Projekte". Die Seite erreichen Sie, indem Sie den Seitentitel auf der linken Seite anklicken.
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