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15.11.2018 : 4:01 : +0100

Reisebericht

Das folgende Reisetagebuch ist während der Indienreise 2006 entstanden und wurde auf der Homepage der Albert.Schweitzer-Schule veröffentlicht. Nach dieser Reise gründete sich der Verein "Arivu". (Die Fotos werden demnächst eingefügt.)

Das Reisetagebuch Oktober 2006

Hallo Deutschland!    So 2006-10-15

4 Uhr nachts in Nienburg. Der Wecker klingelt. Auf geht's zum Flughafen. 20 Stunden später haben wir unser Ziel, das feuchtheiße Chennai im Südosten Indiens erreicht. Am Flughafen überraschte uns ein Begrüßungskomitee von Mitarbeitern und Schülern der Partnerschulen in Neerpair und Kilacherry mit duftenden Jasminblütenketten und bereitete uns einen herzlichen Empfang. So hatten wir gleich den Duft des fremden Kontinents in der Nase. Verschiedenste Gerüche der anderen Art (Chennai ist eben eine Millionenstadt) begleiteten uns auf der einstündigen Busfahrt zu unserem Hotel. Nachdem wir auch dort freundlich empfangen wurden, waren wir froh, um 3.30 Uhr (Ortszeit) endlich ins Bett fallen zu können.Am Morgen erblickten wir die ganze tropische Schönheit einer paradiesischen Hotelanlage. Das leckere Frühstück stimmte uns schon gleich auf das indische Essen ein - Dosas mit Currysoße, frische Früchte und mindestens ein Dutzend andere indische Köstlichkeiten. So gestärkt wagten wir uns in die Fluten des Indischen Ozeans. Später fuhren wir in das nahe gelegene Mahabalipuram, eine Steinmetzstadt, in der sich viele wundervolle alte Tempel aus dem 6. Jahrhundert befinden. Das gesamte Gebiet befindet sich auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Unser Guide versuchte uns einen Einblick in die komplexe indische Mythologie zu geben. Wir erfuhren beispielsweise, dass Krishna die 10. Inkarnation von Lord Shiva ist, und vieles mehr. Allerdings fiel es uns recht schwer, dem indischen Englisch zu folgen. An dem 1300 Jahre alten „Sea Shore Temple”, welcher auch von der Tsunamiwelle überrollt wurde, machten wir dann dieses Gruppenfoto.Am Abend trafen wir uns alle in Frau Brüggemanns Zimmer (Official Speaker for Foreign Affairs of the ASS, Lower Saxony), um unseren musikalischen Beitrag für die morgigen Feierlichkeiten zur Einweihung des Schülerwohnheimes einzustudieren.
Frau Haase

Einweihung des Wohnheims    Mo 2006-10-16

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Einweihung des Wohnheims. Eineinhalb Stunden Fahrt brachten uns vorbei an Salzgewinnungsfeldern ins Landesinnere nach Porur. Porur ist der Wohnsitz von Father Suresh, dem Priester und Koordinator von Aktion Indien vor Ort.
Bei unserer Ankunft begrüßten uns die Dorfältesten aufs Herzlichste und tupften uns den typischen Punkt als Segenspunkt auf die Stirn. Dabei bekommt man zunächst etwas gelbe Sandelholzpaste auf die Stirn, damit anschließend das rote Farbpulver gut hält. Wir versammelten uns zusammen mit den ältesten des Dorfes in der Kirche, wo Father Suresh uns einiges über die Gemeindestruktur erzählte. Besonders beeindruckte uns das Lied der Frauen des Dorfes. Wir bedankten uns mit zwei deutschen Liedern und brachen anschließend zu einem Rundgang durch das Dorf auf. Obwohl die Leute ja sehr einfach leben, luden uns einige in ihre Hütten ein und konnten gar nicht genug davon kriegen, fotografiert zu werden.
Die Zeit drängte, denn wir wollten pünktlich zur Einweihung des Wohnheims kommen, um die angekündigten „Chief-Guests” nicht warten zu lassen. Der Empfang war absolut überwältigend, da wir durch ein Spalier von 900 applaudierenden Kindern vor das neue Wohnheim geleitet wurden. Alles war mit Lichtern und bunten Fähnchen geschmückt und wir fanden Platz in einem besonderen Zelt unter den Ehrengästen.Nun begann ein dreistündiges Programm angefüllt mit Reden (u.a. die Bildungsministerin von Tamil Nadu), Grußworten und Darbietungen, die von den Schülern mit von uns bestaunter Perfektion vorgetragen wurden. In die Schar der Gratulanten reihten auch wir uns mit zwei Liedern ein, verlasen ein Grußwort von Herrn Dr. Weghöft und überreichten unsere Geschenke. Besonderen Anklang fanden die von unseren Fünftklässlern bemalten Taschen und die Sportgeräte. Zum krönenden Abschluss wurden wir im späteren Aufenthalts- und Speiseraum des Wohnheims mit einem 3-Gänge-Menü verköstigt.Gleich morgen werden wir erneut zum Wohnheim und zur Schule aufbrechen, um am Unterricht teilzunehmen und mit den Schülern zusammen die neuen Spielsachen auszuprobieren. Morgen werdet ihr erfahren, ob wir noch Gummitwist springen können und ob indische Kinder „Mensch-ärgere-dich-nicht” verstehen.
Frau Schulte in den Bäumen, Frau Brüggemann

Besuch der Schule und des Kinderheims in Neerpair    Di 2006-10-17

Wie auch schon die Tage zuvor wurden wir, diesmal auf dem Schulhof, sehr herzlich begrüßt. Allen wurde eine weiße Blume überreicht und unter lautstarken Gesang nahmen wir als Ehrengäste auf dem Podium Platz. Herr Dr. Johannes Mispagel und seine Frau Barbara schnitten das weiße Band durch und die Science und Maths-Exhibition war eröffnet. In verschiedenen Räumen zeigten die SchülerInnen Experimente, die sie mit einfachen Mittel durchführten. Beispielsweise gab es ein Modell das mit Wasserkraft Strom erzeugte. Schaubilder hatten sie liebevoll mit Glitzerpailletten und Lichterketten verziert. Besonders freudig führte eine Gruppe immer wieder einen Versuch vor, in dem ein brennendes Streichholz durch die Menge flog.
Ältere Schüler erklärten uns die Gefahren, die Alkohol, Nikotin und Drogen mit sich bringen. Wir mussten uns die Poster der Schüler in Tamil „durchlesen” und wurden dann gefragt was sie uns damit sagen wollten: „Please tell your friends how dangerous it is and that they should never start!” Sie freuten sich sehr, dass wir die tamilischen Poster verstanden – und dass niemand aus unserer Gruppe raucht.Besonders die jüngeren Kinder waren sehr aufgeregt und haben sich immer vor unseren Kameras gedrängelt. Ganz wichtig war es sich danach selber auf dem Display zu sehen was zu großer Heiterkeit und Gekicher führte. So entstanden Hunderte von witzigen Fotos, die ihr dann am 30. November auf unserem Indienabend sehen könnt.In der Mittagspause aßen wir mit den Kindern am Boden sitzend Reis mit Currysoße. Sie zeigten uns, wie man elegant mit den Fingern essen kann.In den ersten Klassen führten uns die Kleinen Tänze und Lieder auf Englisch und Tamil vor. Sie waren ganz stolz und freuten sich riesig über unseren Besuch. Nach Schulschluss waren nur noch die Kinder aus dem Wohnheim da und wir überreichten unsere Geschenke. Die Bälle, Federballspiele, Murmeln, Springseile und das Gummitwist kamen super an. Wir brauchten gar nichts erklären. Alle waren am Spielen und wir mischten kräftig mit. Gummitwist war bei den kleineren Jungs der Hit und die größeren zeigten ihr Können auf dem schuleigenen Volleyballplatz. Leider mussten wir dann irgendwann fahren und wir wurden mit viel Winken und einem Lied herzlich verabschiedet. Morgen ist relaxen unter Palmen am Strand angesagt.
Diana und Katharina Krug

Besuch im Lepradorf    Di 2006-10-17

Ein besonderes Anliegen war uns noch der Besuch im nahe Porur liegenden Lepradorf. Ein kleines Dorf mit 28 Familien, teilweise in der dritten Generation dort lebend, von der Enkelin im Kleinkindalter bis zur Großmutter, deren Alter schwer einzuschätzen ist. Die Mehrzahl der Einwohner ist an Lepra erkrankt, einer bakteriellen Erkrankung, die zu Verlust der Finger und Zehen und Gesichtsveränderungen führt.
Die Tragik - abgesehen von der Erkrankung - ist auch hier die Armut und deren weitere Folgen: ungesicherte bzw. fehlende medizinische Behandlung, keine finanzielle Unterstützung, keine Möglichkeit zu einer der Behinderung angepassten Arbeit. Die sonst mögliche Arbeit, d.h. als Tagelöhner für 50 bis 100 Rupees (1 bis 2 Euro am Tag) für einzelne Tage oder, mit Glück, eine Arbeit auf dem eigenen Feld ist auf Grund der Behinderung undenkbar. Aus dem gleichen Grund ist es den Einwohnern nicht möglich, ihre verfallenden „Häuser” (ein Raum, ca. 2 x 3 m) instand zu halten. Während des letzten Monsuns stürzten mehrere Häuser ein, wobei es Todesfälle gab. Die Dächer der verbliebenen Häuser sind, obwohl ziegelgedeckt, nicht dicht und wurden notdürftig mit Planen, finanziert über Aktion Indien (www.aktion-indien.de), für den kommenden Monsun geschützt.Bei der Gründung des Dorfes vor ca. 35 Jahren bei Ausbruch der Lepra in diesem Teil Indiens wurden die Häuser von der evangelischen Mission errichtet, die auch noch das Grundrecht hierfür besitzt. Unverständlich ist, dass die Siedlung von ihr nicht erhalten werden kann oder sie zumindest den Bewohnern die Erlaubnis gibt, sich anderweitige Hilfe für den Erhalt der Häuser zu holen. Wir saßen, in der schwülen Hitze mit den Bewohnern unter einem idyllischen, Schatten spendenden Baum, sahen die verfallenden Häuser, sahen die verkrüppelten Hände und Füße, sahen in freundliche Gesichter und verspürten eine große Hilflosigkeit angesichts ihrer Hilfsbedürftigkeit. Wir wissen leider nicht, wie dem indisch-deutschem-katholisch-evangelischem Kompetenzgerangel beizukommen wäre. Weiß das jemand der Leser?
Michael Krug

Vierter Tag    Mi 2006-10-18

Heute wollten wir uns etwas ausruhen - es wurde aber trotzdem ein sehr anstrengender, wenn auch wunderschöner Tag. Viele von uns gingen nach dem Frühstück erst einmal an den Strand. Es regnete zwar, aber Regen dauert hier anscheinend nicht lange - und ist warm! Der Ozean ist auch warm - und sehr wild. In der Brandung zu stehen ist schon schwierig, schwimmen geht gar nicht. Aber so gibt es ein super Peeling mit Massage!Nachmittags waren wir alle in Mahabalipuram, um für unseren Basar einzukaufen. Einige wanderten am Strand dorthin, der Strand ist riesig und leer! Manchmal liegen dort verlassene Badeschlappen... Da es so windig war, sah ich fast nichts, denn der Wind wehte mir die Haare ins Gesicht, wo sie mit meiner Sonnencreme verklebten... einen Sonnenbrand habe ich trotzdem bekommen, trotz Schutzfaktor 40.
In Mahabalipuram gingen wir durch die Gassen, eine Frau hatte gerade ihr Haus geputzt und malte wunderschöne Muster mit Reismehl (?) oder Kreide (?) auf den Boden davor. Ja, und dann kauften wir ein - Schmuck, Seifen, Deko, Parfum in Pulverform - man darf gespannt sein, gibt es alles auf dem Basar! Und natürlich Statuen, da Mahabalipuam das Zentrum der Bildhauerkunst ist... Einige aus unserer Gruppe nahmen an einer hinduistischen Tempelzeremonie teil - hätte ich auch gern, die habe ich verpasst! Stattdessen hab ich eingekauft... Zurück fuhren wir in einem Tuk-Tuk, das heißt in mehreren, winzigen Gefährten, deren Fahrer laut hupend tapfer den Bussen und LKW entgegenfahren: schön luftig in so einem Tuk-Tuk, weil es weder Fenster noch Türen gibt, aber Eisenstangen, an denen man sich festhalten MUSS. Die Frontscheibe des einen Tuk-Tuk zierte eine Hindugottheit, eine Göttin, die auch half, denn wir kamen nicht nur heile, sondern äußerst fröhlich an. Leckeres Abendessen, von ferne hört man die Brandung - LAUT! Auch jetzt beim Schreiben...
Frau Naujoks

Fünfter Tag    Do 2006-10-19

Heute lernten wir den „Frühstücksmonsun” kennen, der uns von der Terrasse unter das Dach vertrieb, damit der Kaffee nicht zu dünn wurde. An die erhoffte Abkühlung war nicht zu denken, im Gegenteil: es wurde noch schwüler.
Als wir nach zwei Autostunden im 60 Kilometer entfernten Kanchipuram ankamen, erhob sich aus dem Stadtbild eine eindrucksvolle Tempellandschaft. Zum Besuch des ersten Shiva-Tempels ließen wir unsere Schuhe gleich im Bus (Schuhe gelten als unrein!), hüpften über den heißen Granit zum Eingang und wurden abrupt vom Tempelwächter abgefangen, der uns gegen eine „donation” für die Fotografiegötter einließ. Anlässlich eines Festes war der Tempel mit indischer Musik erfüllt. Am Shiva-Schrein verschaffte uns eine weitere „donation” an den Priester weiße Punkte auf der Stirn sowie mehrfachen Gebetseinschluss. Leider haben wir die Gebete nicht verstanden, hoffen aber, dass der Priester uns Positives gewünscht hat. Nach der Begutachtung des 3500 Jahre alten heiligen Mangobaums (Shiva heiratete unter diesem seine Frau) befanden wir uns zwei „donations” später auf dem Weg zum zweiten Tempel. Als Barfußgänger waren wir geeignete Opfer für die zahlreichen Schuhverkäufer („Good quality, low price, my friend!”), schafften es aber mit weniger als 20 Paar in die Mittagspause. Leider sind nicht alle Modelle monsuntauglich und färben ab, so dass sich der Verdacht von geschicktem Autoreifenrecycling aufdrängte.Mit indischem Fastfood gestärkt war eine Seidenweberei unser Ziel. Während die Vorführung am Webstuhl ganze drei Minuten dauerte, blieben wir umso länger im Verkaufsraum, wo keiner von uns ohne Beute(l) blieb. Guten Gewissens gegenüber aller Gottheiten machten wir uns auf den Heimweg durch die Reisfelder und präsentierten den Daheimgebliebenen stolz unsere Einkäufe.
Morgen erfahrt ihr, ob die eigens vom Schneider angefertigten Saris auch passen.
Frau Haase

Sechster Tag    Fr 2006-10-20

Heute war unsere Gruppe zweigeteilt. Einige weniger Fitte (z.B. Herr Stamm) blieben im Hotel, um sich von den gestrigen Strapazen zu erholen.Die anderen (wir) fuhren morgens um acht (und das in den Ferien!) los nach Kilachery, wo eine Mädchen- und eine Jungenschule sind, die auch von Aktion Indien e.V. unterstützt werden. Außerdem befindet sich dort ein Altersheim, das heute eingeweiht wurde.So wie wir das verstanden hatten, wollten wir die Schulen eigentlich nur kurz besuchen, aber daraus wurde dann doch nichts, weil wir schon wieder mit einem riesigen Empfang empfangen wurden (hoffentlich liest das kein Deutschlehrer.) Die Jungs und Mädchen standen für uns Spalier und beklatschten uns, während wir durch sie hindurch gingen. Vor uns her marschierte eine unglaublich geile Kapelle mit Trommeln, Flöten und Fanfaren.Anschließend gab es Tee und ein Mordsprogramm von den Jungs mit Marschformationen, Reden, Blumenkränzen, Tänzen...Dann ging es weiter zur Mädchenschule, wo wir einen Punkt auf die Stirn bekamen. Dort aßen wir auch zu Mittag (übertrieben viel!)Nach dem Essen ging das Mordsprogramm dann weiter. Wieder bekamen wir Blumen um den Hals gehängt (diesmal allerdings aus Plastik, besonders schön!), wieder wurde geredet und wieder gab es Tänze, diesmal auch von den Mädchen. Außerdem wurde ein Sketch vorgeführt. Alles wirkte noch mal aufwändiger und toller!
Bevor wir weitergehen konnten zur Einweihung des Altenheimes, mussten wir noch tausend Mädchen die Hände schütteln, ihnen unsere Namen sagen, ihnen sagen, wie es uns geht und am besten noch ein Foto mit ihnen machen (ganz reizend!)Nachdem wir uns endlich loseisen konnten, ging es zum Altenheim, wo es wieder einen Punkt auf die Stirn und wieder Blumen um den Hals gab (war schließlich eine andere Veranstaltung, da ist noch ein Blumenkranz schon angebracht.) Ihr werdet es kaum glauben, aber auch bei dem Altersheim gab es wieder ein Programm mit Tänzen von Mädchen, Tänzen von Jungs (völlig abgefahren!), einem Chor, Ehrungen für Herrn Mispagel, seine Frau und die Pfarrer und hinterher Tee mit Snacks (als ob wir nicht noch picke-packe-voll vom Mittagessen wären.)Schließlich mussten wir auch dort Abschied nehmen, was natürlich wieder mit Händeschütteln, Namensagen und Foto machen verbunden war.
Um halb sechs saßen wir dann aber im Bus auf dem Weg zurück „nach Hause”.Dort angekommen, wurden wir bald gerufen, da unsere Saris angekommen waren. Frau Haase sieht mit ihrem ganz toll aus, Frau Naujoks hatte ihren noch nicht an und mir passt erstens die Bluse nicht und zweitens bin ich Sari-anzieh-behindert, aber war ein toller Kauf.
Simona Kruse

Siebter Tag    Sa 2006-10-21

10.00 Uhr ------ Regen----- es gießt wie aus Kübeln! Die kleinen einbetonierten Verbindungswege in unserer Hotelanlage haben sich in kleine Bäche verwandelt. Die dazwischen liegenden Grünflächen sehen aus wie eine Unterwasserwelt.
Schuhe anzuziehen lohnt sich nicht --- Schirm aufspannen und dann ab zum Frühstücken! Bei diesem Wetter machen sich indische Bausünden bemerkbar: Neben mir tropft es auf den Frühstücksteller!
Trotzdem schmeckt es uns allen wieder prima und die „Seereise” wird besprochen.

Um 11.00 geht ab auf den Indischen Ozean. Leichte Badekleidung ist angesagt, es nieselt noch etwas und der Monsunwind bläst ordentliche Wellen an den Strand.
Die Mutigen sammeln sich am ersten Boot, die Fischer tragen den Außenbordmotor heran und befestigen ihn. Mit Volldampf geht es durch die Brandung; es sieht ein bisschen gefährlich aus und ist es wohl auch. Nach Durchqueren der Brandung geht es ruhiger voran.
Nachdem das erste Boot das offene Meer erreicht hat, weder gekentert, noch gesunken ist, startet auch das zweite Boot komplikationslos.
Vom Ufer aus beobachten einige die Bootstour, aber bald kann man Einzelheiten nicht mehr erkennen.
Gedanken wie - Wird das Kollegium der ASS eventuell ab Herbst kleiner? Bekommen wir kleinere Klassen? - schießen uns durch den Kopf.
Nein ------ kein Vertretungsunterricht! Alle landen wieder heil am Strand und hatten unheimlich viel Spaß!
Der Regen hatte vollständig aufgehört und einige badeten noch ausgiebig.Beliebt sind auch die Massagen bei besonders gestressten Kollegen und Kolleginnen. Man fühlt sich zwar hinterher wie „ein Seevogel nach einer Tankerhavarie” (Originalton Frau Schulte in den Bäumen), denn man wird von oben bis unten eingeölt, aber es entspannt und tut einfach gut.
Den Nachmittag verbrachten kleine Grüppchen noch in Mamallapuram, um noch Einkäufe zu erledigen, den Bildhauern über die Schulter zu gucken oder einfach diese kleine freundliche, lebendige Stadt zu genießen.
Abschied zu nehmen heißt immer ein bisschen sterben! Das Städtchen, den Strand, die Menschen haben wir lieb gewonnen. Wehmütig packen wir heute Abend unsere Koffer, denn morgen geht es in die Berge!
Frau Herrmann-Scheefe

Weiterreise in die Berge    So 2006-10-22

Heute Morgen hieß es Abschied nehmen vom Strand, da uns die Kleinbusse nach Chennai zum Hauptbahnhof brachten.
Bei einem Zwischenstopp in der Wohnung einer Inderin, die uns die folgenden Tage begleitet, konnten wir rasch noch unser restliches Gepäck deponieren. Am Bahnhof herrschte reges Treiben, doch wir fanden unsere reservierten Plätze im „West Coast Express”. Von Express konnte jedoch keine Rede sein, denn wir durften gut acht Stunden die Landschaft ans uns vorüberziehen lassen und das Gewusel unter den Mitreisenden beobachten.
Bei unserer Ankunft in Coimbatore war die Sonne bereits untergegangen. Auf uns warteten jedoch noch drei weitere Stunden ruckeliger Autofahrt über Serpentinen, bis wir unser Ziel, das 2100 Meter hoch gelegene Ooty erreichten.
Frau Schulte in den Bäumen

Neunter Tag    Mo 2006-10-23

„A typical Indian day” (Zitat Dr. Mispagel) Das war es, was uns heute erwartete. Die gute Nachricht zuerst: Am Abend sind wir alle wohlbehalten im Hotel angekommen.
Nach einer kurzen Nacht im Hotel in Ooty konnten wir uns mit eigenen Augen davon überzeugen, dass wir uns tatsächlich im Hochgebirge (über 2000 m) befanden.
Bevor wir die Jeeps bestiegen, die uns in Vierergruppen durch den Tag begleiten sollten, gab uns Father Antony einen kurzen Überblick. Der hörte sich gut an. Doch welche Abenteuer wir heuten erleben sollten, konnten wir noch nicht erahnen.
Die erste Station führte zur „St. Joseph's Industrial School”, in der Schulabgänger, u.a. auch 17 Schüler aus Neerpair, eine Berufsausbildung zum Schlosser, Tischler und Lackierer absolvieren können. Auf einem Rundgang durch die Ausbildungswerkstätten konnten wir uns davon überzeugen, dass die jungen Erwachsenen mit Freude bei der Sache sind. Hierher sollten wir am frühen Abend zu einer Feierstunde zurückkehren.
Nun begann unsere Erkundungsfahrt durch die Nilgiri-Berge. Wir sahen wunderschöne grüne Landschaften, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden: Mohrrüben, Kohlrabi, Kartoffeln - und eben Tee. Sehr viel Tee. Zu sehen, wo und wie der Tee aus dem Beutel zuhause wächst, hat uns besonders beeindruckt. Mehrmals machten wir am Straßenrand Halt, auf vielen Bildern hielten wir die Arbeiterinnen beim Teepflücken und -transportieren fest.
Von der Qualität der Möhren und des Tees konnten wir uns während einer kurzen Rast bei einer kleinen Kirche selbst überzeugen. übrigens: Der indische Tee (chai) wird mit besonders fetthaltiger Milch und viiiiiel Zucker getrunken.
Die Kirche überraschte durch zwei Besonderheiten. Zum einen erblickten wir zum ersten Mal die Mutter Gottes im Sari und den Gekreuzigten mit Blütenkette, zum anderen versetzte uns der Beichtstuhl in Erstaunen. Man hat hier das Wort „Beichtstuhl” wörtlich genommen: Er bestand lediglich aus einem Holzstuhl und einem kleinen durchsichtigen Paravent.
Der „Mudumalai National Park” war unser nächstes Ziel: Hier sollten wir auf Elefanten, Tiger und Büffel treffen. Taten wir aber nicht... Gefunden haben wir Büffel, black monkeys und - einen großen Elefantenhaufen. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir einen wunderschön gelegenen See, von dem aus wir einen Spaziergang zu einem Wasserfall unter- und ein kleines indisches Picknick einnahmen (Datteln, indisches Blätterteiggebäck und indische Schokolade). Wir sahen die für die inneren Tropen typischen Roterden (von denen Herr Toepfer sehr begeistert war), Orchideen, Eukalyptus sowie Rhododendren und Ficus Benjamini, deren Größe jeden Hobbygärtner bzw. jede Sekretärin erfreut hätte.
Um 15 Uhr sollte es zum Lunch gehen. Dazu mussten wir sehr plötzlich und überraschend in zwei alte Armeejeeps umsteigen. Wenig Augenblicke später wurde uns klar: Wir befanden uns auf einer Höllenfahrt! Zwei Kilometer lang: Schlaglöcher, in denen man ganze Pferde hätte begraben können, Schlamm und Pfützen, soweit das Auge blickte. Manche hatten Angst, mitsamt dem Fahrzeug umzukippen - eine nicht ganz unberechtigte Sorge. Am Ziel erwartete uns eine first class lodge. Ein Blick auf Berge, einen romantischen See und ein wirklich exzellentes Essen entschädigten uns ein wenig (!) für die Strapazen des Transfers. Dennoch wählten einige für den Rückweg ein anderes Transportmittel: Schusters Rappen.
Als endlich die ganze Gruppe mit eineinhalb Stunden Zeitverzug wieder in den Straßenjeeps saß, ging es auf direktem, aber verschlungenen und endlos scheinendem Wege zurück zur Industrial School nach Ooty. Ein Jeep geriet auf dem Wege auch noch in eine Polizeikontrolle. Zwar war alles okay, um die Zahlung von 100 Rupien kam der Fahrer aber nicht herum. (Wieder eine donation an die Götter?)
Bis schließlich alle da waren, wurde die Zeit mit den Auszubildenden verbracht. Wieder wurden wir herzlich mit Trommelmusik empfangen, mit Blumenketten behängt, mit Tee und Keksen erfrischt und sogar beschenkt. Die Schüler hatten uns ein umfangreiches Festprogramm bereitet, u.a. ein „Welcome Dance” von Ms. Haritha und ein beeindruckender Tanz namens „Parai Attam” der jungen Männer. Aufgrund fortgeschrittener Zeit und der noch vor uns liegenden zweistündigen Fahrt ins Hotel nach Metupalayam musste das Programm leider gekürzt werden. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal eine unvergessliche Begegnung.
Ein „typical Indian day”? Ja! Es hat alles geklappt, nur weiß man nicht, wie. Typisch aber auch: herrliche Landschaften, liebenswerte Menschen. Der 22. Oktober 2006 war ein Tag, der uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.
Herr Toepfer und Herr Stamm

Zehnter Tag — Rückreise aus Ooty und Sightseeing und Shopping in Chennai   Di 2006-10-24

4.30 Uhr(!) Abfahrt unserer Busse in Ooty. 6.40 Uhr Abfahrt des „West Coast Express” nach Chennai. Gut, dass Nandrini für uns Plätze in Sleeper-Abteil („3-tier” im Gegensatz zu „seater”) reserviert hatte. So konnten wir die Sitzbänke als Schlafplatz umfunktionieren und weitere Betten herunterklappen. Je nachdem, ob man einen Platz im „lower-”, „middle-” oder „upper-”Bett hatte, musste man klettern oder konnte es sich gleich mit Decke und Kissen gemütlich machen. Manche Mitreisende (Herr Toepfer und Herr Stamm) mussten auch noch ihren Text für dieses Tagebuch schreiben - aber die Fahrt zog sich ja lang genug hin.
Um 15.10 Uhr kamen wir in Chennai Central Station an und starteten zu unserer Besichtigungstour der 6-Millionen-Stadt am Golf von Bengalen. Es ging durch den mörderischen Verkehr: Rechts- und links überholen (wie`s grad besser passt) und dabei kräftig hupend extrem dicht Auffahren gehört zum Standard - erstaunlich, wie schnell man sich dran gewöhnt... Vorbei ging es an einigen im britischen Kolonialstil erbauten Regierungsgebäuden, am Kriegerdenkmal, dann am 13 Kilometer langen breiten Sandstrand des Marina Beach hin zur neugotischen Kathedrale St. Thomas, die (angeblich) die Gebeine des hl. Thomas beherbergt. Dort ging dann ein tropischer Regenschauer nieder, der kurzfristig verhinderte, dass wir zu unserem Bus zurückgehen konnten.
Danach war Shoppen angesagt. Unser Bus entlud uns in einer wuseligen Straße, in der wir mangels Gehwegen, zugeparkter Straßenränder und riesigen Pfützen vom vorherigen Regenguss uns mit Bussen, Autos, Motorrädern, den allgegenwärtigen Tuck-Tucks (3-rädrige schwarz-gelbe Taxen) und anderen Fußgängern die Fahrbahn teilen mussten. Nach 10 Tagen Indien natürlich kein Problem mehr für uns!
Schließlich betraten wir den für uns auserkorenen Shopping-Tempel, den „Sarawana Store”: 9 Stockwerke, mit Stoffen im Untergeschoss, über Saris (Baumwolle, Seide und Designer-Saris), Kinderkleidung und Männerabteilung (was war es da grau und braun im Gegensatz zu den grell-bunten Farben der Sariabteilung!), Kosmetik, Schmuck, Spielzeug, Elektronik bis hin zu Schuhen, Koffern und Taschen im 7. Stock. Leider schafften wir nur ungefähr anderthalb Stockwerke pro Person! Das lag u.a. an den Hunderten von anderen Einkäufern in diesem Kaufhaus (es war Ende des Ramadans - was allerdings die vorwiegend hinduistische Bevölkerung damit zu hatte, war mir nicht ganz klar...) und der kurzen Zeit (knapp 2 Stunden für 9 Stockwerke war doch etwas wenig.
Also artete das Ganze in eine Art „Power-Shopping” aus: Wie kann man in der Kürze der Zeit die größtmögliche Menge an Produkten in die Einkaufskörbe befördern!? Zum verabredeten Zeitpunkt war es (vermeintlich) geschafft. Bangles (klimpernde dünne Armreifen), Bindis (Klebe-Tattoos für die Stirn), Haarspangen, Ketten, Schokoladen, Gewürze (jeweils in größeren Mengen) und zwei Hosenanzüge aus der Kinderabteilung waren glücklich bezahlt. Allerdings war es - Dank sei der indischen Bürokratie! - damit nicht getan. Sämtliche Positionen des Kassenzettels (und das waren nicht wenige) mussten nachkontrolliert und abgehakt werden. Dann noch drei Stempel auf den Kassenzettel, und endlich war es doch geschafft. Mit einer Viertelstunde Verspätung ging es zum verabredeten Treffpunkt, und siehe da - es ist schließlich Indien - die Gruppe stand noch im Eingangsbereich des Kaufhauses. Draußen regnete es erneut wie aus Kübeln, also sollte der Bus uns abholen. Das dauerte natürlich angesichts des Traffic Jams vor der Tür.
Da standen wir nun im Eingangsbereich des Kaufhauses: 19 hellhäutige „Blondschöpfe” inmitten von ausschließlich schwarzhaarigen, dunklen Menschen. Wir waren kaum zu übersehen und es kam zu vielen kleinen netten Kontakten, die schon allein aufgrund der drängenden Enge nicht ausbleiben konnten. „Where do you come from?” und „What's your name?” aber auch „How do you like India?” waren häufig gestellte Fragen. Große Heiterkeit brach aus, als einige von uns ihre Plastiktüten zu Regenschutzhauben umfunktionierten und auf den Kopf setzten. Besonders Herr Toepfer, der sowieso ständig alle Inder um ein bis zwei Köpfe überragte, erregte Aufsehen. Mit seiner neckischen Plastiktüte sah er aus wie einer der Schlümpfe persönlich. Wer sich das nicht so richtig vorstellen kann, muss zum Indien-Abend am 30.11. kommen. Dann gibt es Ton- und Bilddokumentationen dieses einmaligen Ereignisses zu sehen.
Nach dem Abschiedsessen ging es zum Flughafen, wo um 1.45 Uhr für die Meisten der Flieger gen Frankfurt startete. Wir werden noch bis Sonntag (1.45 Uhr) bleiben und starteten vom Flughafen zur zweiten „Horrorfahrt” innerhalb von 48 Stunden (s.o. „Jeepfahrt durch metertiefe Schlammlöcher haarscharf am Abgrund entlang”): unserer Taxifahrt zum Beach Resort.

Taxifahrt mit Hindernissen

Am Flughafen von Chennai stiegen wir in ein etwas klappriges, schmieriges Taxi, dessen Fahrer gleich nicht sehr sympathisch wirkte. Eigentlich hätten wir gar nicht erst einsteigen dürfen. Aber wie es so ist, wenn man erschöpft nach einem langen Tag seinen Sinnen nicht mehr traut... Beim Einsteigen sagte er etwas von „parking ticket”, sein Englisch war jedoch so schlecht, dass eigentlich keine geregelte Kommunikation möglich war (beim Aussteigen - ja, wir kamen heil an! - präsentierte er 4 uralte Parkzettel vom Flughafen, die wir bezahlen sollten...)
Bereits nach 50 Metern dann der erste Stopp. Einige Kumpels des Fahrers ermittelten in ihren Handys eine Nummer, die er sich auf einen verknickten Zettel schrieb. Schließlich ging es los. Allerdings erst mal zur nächsten Tankstelle, an der wir das Benzin für 300 Rupies bezahlen sollten. Nach einem kurzen Disput ging es weiter. Außerhalb von Chennai der nächste Stopp: Unser Fahrer fuhr die Strecke wohl zum ersten Mal, denn er musste nach dem Weg fragen...
Uns kam das Ganze schon etwas merkwürdig vor, aber richtig ungemütlich wurde es, als wir bemerkten, dass der Fahrer bei Gegenverkehr ständig langsamer wurde. Er schien wohl nachtblind oder sonstig sehbehindert zu sein!! Als er dann noch mit voller Geschwindigkeit in ein tiefes Schlagloch fuhr und danach das Getriebe komische Geräusche von sich gab, glaubten wir, dass keine Steigerung mehr möglich sei. Doch weit gefehlt! Etwa 15 Kilometer vor dem Ziel hielt er wieder, diesmal an einem Straßenkiosk. „Water!”, sagte er nur und stieg aus. „Naja”, dachte ich, „vielleicht holt er Kühlwasser.”
Nach einigen Minuten schauten wir mal nach (das Taxameter lief natürlich weiter) und sahen, dass er seelenruhig im Restaurant sein Abendessen verzehrte!! Nun wurden wir etwas lauter (absolut unüblich in Indien) und verlangten sofort in unser Hotel gebracht zu werden (mittlerweile war es 23 Uhr). Als er nach ein paar Kilometern Anstalten machte bei einem Bankautomaten anzuhalten, platzte uns endgültig der Kragen: „NO, YOU TAKE US TO OUR HOTEL NOW! NO MORE STOPPS!” An Dreistigkeit war auch nicht zu übertreffen, dass er beim nächsten Stopp(!) an der Zollstelle für die gebührenpflichtige „Highway” erneut von uns das Geld dafür verlangte!
Um am Hotel weiterem Ärger auszuweichen, zahlten wir (fast) den gesamten Betrag den das Taxameter anzeigte. Daraufhin holte der Fahrer seinen schmierigen Zettel hervor, um seinen Chef anzurufen: Schließlich sollten wir ja Benzin und Straßenmaut auch noch bezahlen (er hätte sich ja eigentlich auch noch das Abendessen bezahlen lassen können!). Wir gingen dann jedoch in unseren Bungalow und wissen auch nicht, ob der Fahrer in dieser Nacht noch wieder nach Chennai zurückgefunden hat...

Dies war die erste unangenehme Begegnung der gesamten Reise - und wir hoffen, es bleibt die einzige. Morgen nehmen wir jedenfalls wieder den Hotelbus, um uns nach Chennai zu den Filmstudios (Bollywood lässt grüßen!) fahren zu lassen. Vielleicht ergattern wir ja eine Statistenrolle...
Regina Nürge-Krug

Ein Abschied wie im Film    Do 2006-10-26

Über den 11. Tag (Mittwoch) ist schnell berichtet: Nachdem der Rest der Gruppe abgereist war, fing der Himmel an zu weinen. Bis auf einige trockene Stunden am Vormittag, die wir am Strand verbringen konnten, regnete es den ganzen Tag in Strömen. Sturm und Gewitter inklusive - aber glücklicherweise waren es immer noch „gefühlte„ 25 Grad. Also widmeten wir uns dem Nichtstun und den indischen Fernsehprogrammen.
Heute sollten wir erleben, wie diese indischen Vorabendserien gedreht werden. Wir besuchten „AVM Productions”, die etwas heruntergekommenen Filmstudios in Chennai. Das Gelände bestand aus mehreren Hallen, in denen entweder gedreht wurde oder gerade die Kulissen für kommende Produktionen zusammen gehämmert wurden. Wir sahen einen Außendreh, eine Werbespot-Produktion (striktes Fotografierverbot - einige Filmaufnahmen gelangen uns aber trotzdem J) und den Dreh einer tamilischen Vorabendserie. Die Hauptdarstellerin sprach zeitversetzt einen Text nach, den ihr ein „Vorsprecher” vorlas...
Eine indische Straßenszene, zu der wir uns trotz mehrfacher Versuche einiger „wichtiger” Personen, uns davon abzuhalten, Zutritt verschafften, musste leider wegen des erneut einsetzenden Regens abgebrochen werden. Wir beobachten jedoch, wie der am Set anwesende Elefant seine „Maske” bekam: Der arme Kerl wurde mit schwarzer Farbe angepinselt, damit er wohl etwas jünger und frischer aussehen sollte...
Mit diesem „typisch indischen” Bild eines Elefanten verabschieden auch wir uns von den Tagebuchleserinnen und -lesern. Wir hoffen, einen kleinen Vorgeschmack gegeben zu haben, auf das, was am Indienabend am 30.11.2006 gezeigt und erzählt werden wird.
Regina Nürge-Krug

* * * Ende * * *